DZG-übergreifende Finanzierung ermöglicht Ausbau des deutschen Bronchiektasen-Registers PROGNOSIS

Seit dem Start von PROGNOSIS (The Prospective German Non-CF-Bronchiectasis Registry) im Jahr 2015 konnten ca. 1.500 Patienten in das deutsche Bronchiektasen-Register eingeschlossen werden. Bisher wurde es vom Deutschen Zentrum für Lungenforschung und verschiedenen Industriepartnern finanziert. Ab Januar 2021 wird durch das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung zusätzlich der Aufbau einer Biomaterialsammlung gefördert. Die hervorragende Zusammenarbeit der beiden Deutschen Zentren ermöglicht somit die weitere Erforschung dieser lange vernachlässigten Erkrankung.

Im deutschen Bronchiektasen-Register PROGNOSIS werden seit 2015 Patienten eingeschlossen, deren Bronchiektasen-Erkrankung nicht durch eine Mukoviszidose (Cystische Fibrose, kurz CF) verursacht wurde. Bronchiektasen sind mit Schleim und Eiter gefüllte Aussackungen der Atemwege, die zu starkem Husten, Ausgezehrtheit und chronischer Entzündung führen. Trotz des hohen Leidensdrucks der Patienten und der häufig aufwändigen und zeitintensiven Therapie fand diese Erkrankung lange Zeit wenig Aufmerksamkeit. 
Im Jahr 2015 nahmen das europäische Bronchiektasen Register EMBARC sowie das deutsche Register PROGNOSIS ihre Arbeit auf. Erst seit diesem Zeitpunkt wird an der Klärung epidemiologischer Fragestellungen, wie z.B. die Alters- und Geschlechter¬verteilung, die Genese der Erkrankung, die Mikrobiologie und Behandlungsformen, gearbeitet. PD Dr. Jessica Rademacher und PD Dr. Felix Ringshausen, beide Wissenschaftler im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL), leiten PROGNOSIS, das an der Medizinischen Hochschule Hannover beheimatet ist. Sie sind in die europäischen Aktivitäten eingebunden und haben ihre Erfahrungen aus dem deutschen Register bei der Erarbeitung einer europäischen Leitlinie für den Umgang mit Non-CF Bronchiektasen eingebracht. „Eines unserer nächsten Ziele ist es, eine deutschsprachige Leitlinie für Diagnostik und Management von Non-CF Bronchiektasen auszuarbeiten, die die deutschen Gegebenheiten und Besonderheiten unseres Gesundheitssystems berücksichtigt“, erläutert Dr. Rademacher.
Bisher wurde PROGNOSIS unter anderem durch BREATH, den hannoverschen Standort des DZL, finanziert. Seit 2017 ist das Register assoziierter Partner des DZL. „Bereits bei der Aufnahme von PROGNOSIS als assoziierten Partner ins DZL war es das Ziel, hierdurch einen Brückenschlag zwischen DZL und dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) zu etablieren“, erläutert Dr. Ringshausen. Dass dies nun durch die Finanzierung des Aufbaus einer Biomaterialsammlung mit Mitteln des DZIF realisiert werden konnte, ist ein wichtiger Meilenstein für PROGNOSIS und die Kooperation zwischen DZL und DZIF. 
DZL und DZIF gehören zu den insgesamt sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG), die im Jahr 2011 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gegründet wurden. Ziel der DZG ist es, die Erforschung von Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, Infektions-, Lungen- oder neurodegenerativen Erkrankungen voranzutreiben und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Zentren untereinander. Die Kooperation von DZL und DZIF im Bronchiektasen-Register PROGNOSIS ist hierfür ein vorbildliches Beispiel. 

 

Text: BREATH/AB

Bild: MHH/ Figil

PD Dr. Jessica Rademacher und PD Dr. Felix Ringshausen