Dem RS-Virus auf der Spur – PAPI Studie erfolgreich gestartet

Seit 2013 ist die CAPNETZ STIFTUNG assoziierter Partner im Deutschen Zentrum für Lungenforschung. Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit sind pädiatrische Studien. Im Jahr 2020 startete die Pediatric Airway Pathogen Incident (PAPI) Studie, eine multizentrische Beobachtungsstudie zum RS-Virus. Bis Februar 2022 konnten bereits mehr als 1000 betroffene Kinder eingeschlossen werden.

Die CAPNETZ STIFTUNG bringt ihre Expertise für klinische Studien bereits seit 2013 als assoziierter Partner im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) ein. Am hannoverschen DZL-Standort BREATH (Biomedical Research in Endstage and Obstructive Lung Disease Hannover) besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der CAPNETZ STIFTUNG und der Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) unter Leitung von Prof. Dr. Gesine Hansen. Die beiden Partner arbeiten bereits in drei multizentrischen pädiatrischen Studien wie dem pedCAP-Netz zusammen Die CAPNETZ STIFTUNG nutzt dabei ihre etablierte Studieninfrastruktur zur Asservierung von Biomaterialien in einer zentralen Biobank und übernimmt die Datenerfassung, das Datenmanagement und die statistische Analyse.

Für die neueste Kollaboration, der PAPI Studie, sammeln die Partner umfassende Daten zu RSV (Respiratorisches Synzytial Virus) und anderen Infektionen der unteren Atemwege bei Säuglingen und Kleinkindern bis zwei Jahren. Die wissenschaftliche Leitung des Projektes hat PD Dr. Martin Wetzke inne, der durch seine Arbeit in der pädiatrischen Pneumologie der MHH eine große Expertise auf diesem Gebiet aufbauen konnte. Wöchentlich wird auf der Internetseite der PAPI Studie ein aktueller Studiendatenbericht veröffentlicht, über den der Verlauf der Infektionsaktivität eingesehen werden kann. Global betrachtet, stellen Infektionen der unteren Atemwege eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit von Kindern in den ersten Lebensjahren dar. Bei Säuglingen und Kleinkindern werden die Erkrankungen in der Regel durch virale Pathogene, wie z. B. dem RS Virus hervorgerufen. Das Virus ist weltweit verbreitet und mit einer hohen Morbidität und Mortalität assoziiert. Auch andere virale Pathogene wie das Humane Metapneumovirus (HMPV), Rhino- und Influenzaviren oder das neuartige Corona Virus SARS Cov2 spielen eine relevante Rolle. Eine spezifische Therapie dieser viralen Atemwegsinfektionen existiert bisher nicht. 

In der PAPI-Studie sammeln Ärztinnen und Ärzte deutschlandweit Daten zu Krankheitserregern und –verläufen bei Kindern im Alter von 0-2 Jahren mit Infektionen der unteren Atemwege. Dabei werden auch demographische und sozioökonomische Faktoren der Familien der Erkrankten erhoben. Erstmalig soll im Rahmen der PAPI-Studie nicht nur die Häufigkeit des RS Virus, sondern auch von anderen viralen Erregern systematisch erfasst werden. So wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Bedeutung der Erreger volkswirtschaftlich einordnen und Empfehlungen für präventive Maßnahmen, wie Impfstrategien, abgeben.

Die Hygienemaßnahmen, die durch das Corona Virus im Herbst 2020 galten, kam es in diesem Zeitraum zu wenigen sozialen Kontakten, wodurch sich auch viele andere virale Erregern kaum ausbreiteten. Folglich konnten auch wenig Kinder in die Studie eingeschlossen werden. Das änderte sich rapide im Sommer 2021. Durch den Wegfall vieler Hygienemaßnahmen häuften früher als gewöhnlich deutschlandweit die Fälle von RSV-Infektionen. So konnten bis Ende Februar 2022 bereits Daten von mehr als 1.000 Betroffenen erhoben werden. „Wir hoffen auch in der nächsten PAPI-Saison wieder viele Patientinnen und Patienten in die Studie einschließen zu können und dadurch schnell neue Erkenntnisse für die Prävention und Behandlung von Infektionen der unteren Atemwege bei Kindern zu erhalten“, so Grit Barten-Neiner, Geschäftsführerin der CAPNETZ STIFTUNG. 

Diese Erfolgsgeschichte zeigt wie wichtig und gewinnbringend die Zusammenarbeit der verschiedenen Partner innerhalb des DZL ist. Die Ergebnisse aus diesen Kooperationen führen direkt zu einer verbesserten Versorgung der jüngsten Patientinnen und Patienten. 
Detaillierte Daten zur PAPI-Studie finden Sie unter www.papi-studie.de 

 

Text: BREATH/AB

Foto: Barten-Neiner
 

Grit Barten-Neiner, Geschäftsführerin der CAPNETZ STIFTUNG