In der AG Lungenforschung beschäftigen sich Rückoldt und ihre Kolleg:innen mit der Entwicklung eines 3D-Kultursystems für primäre AT2-Zellen – ein vielversprechendes Modell zur Untersuchung zellulärer Mechanismen der Lungenschädigung und -regeneration.
Die Regeneration des Lungengewebes nach Schädigung stellt einen zentralen Forschungsschwerpunkt der translationalen Lungenmedizin dar. Eine Schlüsselrolle spielen dabei alveolare Epithelzellen vom Typ II (AT2) – eine seltene, funktionell jedoch essenzielle Zellpopulation des Lungenepithels. Diese Zellen fungieren nicht nur als Vorläufer der großflächigen AT1-Zellen, sondern übernehmen auch sekretorische und immunregulatorische Aufgaben im Rahmen der Homöostase und Reparaturprozesse der Lunge.
Für ihre Arbeit zur Isolation und Charakterisierung gesunder humaner primärer AT2-Zellen wurde Julia Rückoldt beim DZL-Jahrestreffen 2025 mit einem Posterpreis ausgezeichnet. Gemeinsam mit Dr. Lara-Jasmin Schröder arbeitet sie an der Etablierung eines verlässlichen, zelllinienfreien 3D-Kultursystems, das eine ex vivo Kultivierung und funktionelle Analyse dieser Zellen ermöglicht.
Die Arbeitsgruppe isolierte AT2-Zellen aus frischem, gesundem Lungengewebe mittels eines magnetischen Zelltrennverfahrens (HT-II-280 MACS). Bereits unmittelbar nach der Isolation konnten die Zellen durchflusszytometrisch anhand spezifischer Marker – insbesondere HT-II-280 und pro-Surfactant Protein C (pro-SPC) – als reine AT2-Zellpopulation identifiziert werden. Anschließend wurden die Zellen erfolgreich als Organoide in 3D-Kulturen kultiviert und umfassend analysiert (u. a. morphologische Charakterisierung, Immunfluoreszenz und Kryoschnitte).
Die Etablierung dieses Modells ermöglicht gezielte Stimulationsexperimente und funktionelle Analysen zur Erforschung pulmonaler Schädigungs- und Regenerationsmechanismen unter standardisierten Bedingungen. Künftige Arbeiten fokussieren sich auf die Erweiterung der Markeranalyse auf größere Kohorten sowie die Optimierung der Zellstabilität für langfristige Anwendungen in der Grundlagen- und translationalen Forschung.
Text: BREATH/AB & JR
Foto: privat

BREATH-Nachwuchswissenschaftlerin Julia Rückoldt aus der AG Lungenforschung vor ihrem ausgezeichneten Poster beim DZL Jahrestreffen 2025