Digitale Nachsorge nach Lungentransplantation: Mobile Spirometrie-App überzeugt beim DZL-Jahrestreffen
Die kontinuierliche Überwachung der Lungenfunktion ist für Lungentransplantierte von zentraler Bedeutung, um Abstoßungsreaktionen oder Infektionen frühzeitig zu erkennen. Bislang erfolgt die Auswertung von Spirometriedaten (Lungenfunktion) an der MHH jedoch ausschließlich im Rahmen ambulanter Nachsorgetermine. Die Folge ist, dass wichtige Veränderungen im Krankheitsverlauf mitunter verspätet erkannt werden und Daten digital nur unvollständig verfügbar sind.
Dr. Jan Fuge und sein Team wurden beim diesjährigen DZL-Jahrestreffen für die Entwicklung einer mobilen Gesundheitsanwendung zur Echtzeit-Spirometrie mit einem Posterpreis ausgezeichnet. Das Projekt adressiert gleich mehrere Herausforderungen der post-transplantologischen Nachsorge: die Verbesserung der Datenverfügbarkeit, die Entlastung des Klinikpersonals und die Förderung der Patient:innenautonomie.
Die App soll Patient:innen künftig ermöglichen, Spirometriedaten regelmäßig zu Hause zu erfassen und automatisiert an die behandelnden Ärzt:innen zu übermitteln. Unterstützt werden verschiedene Datenquellen, darunter Bluetooth-fähige Geräte wie der Mir Smart One (Oxi), deren Werte automatisch über Apple Health in die App integriert werden. Alternativ können Ergebnisse manuell eingetragen oder über andere Anwendungen (z. B. Mir Spirobank) importiert werden.
Ergänzend zu den Lungenfunktionswerten sind kurze Fragebögen vorgesehen, um den subjektiven Gesundheitszustand der Patient:innen abzubilden. Geplante Visualisierungen in Form von Balkendiagrammen mit individuellen Basislinien (auf Grundlage der GLI-Referenzwerte) sollen die Selbsteinschätzung unterstützen. Ebenso sind Erinnerungshilfen und eine intuitive Nutzerführung geplant, um die Therapietreue zu fördern.
Alle erfassten Daten sollen perspektivisch in Echtzeit an eine Forschungs-Datenbank der Klinik übertragen, dort automatisiert sortiert und in einem klinisch nutzbaren Format dargestellt werden. So könnte das medizinische Fachpersonal Veränderungen im Krankheitsverlauf zeitnah bewerten – ein entscheidender Schritt hin zu einer digital unterstützten, engmaschigen Nachsorge bei Lungentransplantierten.
Text: BREATH/AB
Foto: privat

Dr. Jan Fuge aus der Klinik für Pneumologie und Infektiologie, MHH vor seinem ausgezeichneten Poster beim DZL Jahrestreffen 2025