Erstes gemeinsames Standortsymposium von DZIF und DZL setzt wichtige Impulse für Kooperationen

Am 8. September 2025 fand im Clinical Research Center Hannover das erste gemeinsame Standortsymposium des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) und des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL/BREATH) statt. Mehr als 90 Teilnehmende – darunter Kliniker:innen, Wissenschaftler:innen sowie Leiter:innen von Forschungsinfrastrukturen – kamen zusammen, um Schnittstellen zwischen beiden Zentren auszuloten, gemeinsame Forschungsinteressen zu identifizieren und Perspektiven für zukünftige Kooperationen zu entwickeln.

Das wissenschaftliche Programm umfasste zwölf Vorträge zu Lungeninfektionen, neuen Therapieansätzen und innovativen Diagnoseverfahren sowie 28 Posterbeiträge von Nachwuchsforschenden beider Zentren. Trotz des vollen Programms gab es viele Möglichkeiten zum Austausch und Netzwerken. Abgerundet wurde das Symposium durch eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „From Parallel to Powerful“, die die Notwendigkeit und das Potenzial einer engeren Zusammenarbeit eindrucksvoll verdeutlichte. Besonders große Schnittmengen wurden in den Bereichen Infektionen bei immungeschwächten Patientinnen und Patienten (z. B. Intensivpatient:innen und Lungentransplantierte), bei chronischen Lungenerkrankungen sowie in der Erforschung respiratorischer Viren wie RSV, Influenza oder CMV deutlich. Auch die Entwicklung breit wirksamer antiviraler Wirkstoffe und die Mikrobiomforschung wurden als vielversprechende Kooperationsfelder identifiziert.

Für das DZIF sind insbesondere die am DZL etablierten innovativen in vitro-Lungeninfektionsmodelle, moderne bildgebende Verfahren wie das funktionelle Lungen-MRT sowie gut charakterisierte Patientenkohorten von großem Interesse. Umgekehrt bietet das DZIF wertvolle pathogenbezogene Expertise und kann durch das Translational Project Management Office (TPMO) der DZIF Product Development Unit wichtige Unterstützung in der Entwicklung translationaler Projekte leisten. Zusätzlich eröffnen die Arbeiten des Fraunhofer ITEM zu RNA-basierten antiviralen Wirkstoffen und zur präklinischen Entwicklung von Atemwegsmedikamenten weitere Anknüpfungspunkte.

Im Mittelpunkt stand die klare Bereitschaft, den angestoßenen Austausch langfristig fortzuführen und mit neuen Inhalten zu füllen. Erste Schwerpunkte könnten in einer gemeinsamen Nachwuchsförderung, der gegenseitigen Nutzung von Forschungsinfrastrukturen sowie in übergreifenden Projektinitiativen liegen, die Synergien zwischen DZIF, DZL und weiteren Partnern wie z.B. RESIST bündeln.

Das Symposium hat damit einen wichtigen Grundstein gelegt, um die Zusammenarbeit zwischen Infektions- und Lungenforschung am Standort Hannover/ Braunschweig und darüber hinaus nachhaltig zu stärken.

 

Text: DZIF/ SH und BREATH/ AB

Fotos: BREATH/ AB

Viel Raum zum Austausch und Netzwerken in der Posterausstellung

BREATH-Wissenschaftler Prof. Dr. Felix Ringshausen moderiert gemeinsam mit DZIF-Wissenschaftlerin Prof. Dr. Asisa Volz die Podiumsdiskussion

BREATH-Standortdirektorin Prof. Dr. Gesine Hansen gibt einen Einblick in die Entwicklung des DZL