Ausgezeichnete Kooperation: iGUARD-Projekt von Forschenden der MHH und des Fraunhofer ITEM erhält Innovationspreis Niedersachsen

Ein interdisziplinäres Forschungsteam unter der Leitung von BREATH-Wissenschaftler Prof. Dr. Armin Braun vom Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) und Prof. Dr. Dr. Axel Schambach von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat den Innovationspreis Niedersachsen 2025 erhalten. Das ausgezeichnete Projekt „iGUARD – Inhalierbare RNA-Therapeutika zur gezielten Heilung von Lungenerkrankungen“ gewann in der Kategorie „Wissens- und Technologietransfer“. Die Forscherinnen und Forscher nahmen die Auszeichnung bei der feierlichen Preisverleihung in Hannover von Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, entgegen. Der Preis, vergeben vom Niedersachsen.next Innovationsnetzwerk, ist mit 20.000 Euro dotiert.

Wirkstoff gelangt direkt in die Lunge

Trotz erfolgreicher Impfstoffentwicklung gibt es für die meisten Viruserkrankungen bislang keine wirksamen Medikamente. Das iGUARD-Team möchte das ändern. In Kooperation zwischen der MHH und dem Fraunhofer ITEM entwickelt das Konsortium RNA-basierte Medikamente für Menschen mit schweren Lungenerkrankungen.

Die Wirkstoffe können schnell an unterschiedliche Viren angepasst werden und bieten so auch Schutz gegen neu auftretende Infektionskrankheiten. Eine patentierte chemische Struktur der RNA ermöglicht die Inhalation der Therapeutika direkt in die Lunge – das steigert die Wirksamkeit und verringert Nebenwirkungen. Aufgrund der hohen Flexibilität eignet sich die Technologie auch, um die Entwicklung weiterer antiviraler Therapien zu beschleunigen. Das iGUARD Team entwickelt bereits Therapien für weitere Lungenerkrankungen wie Lungenfibrose und Asthma.

Innovativer Therapie-Ansatz

Das Projekt iGUARD wurde bereits mehrfach im Rahmen der SPRIND Challenge durch die Bundesagentur für Sprunginnovationen gefördert. „Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung“, sagt Prof. Dr. Armin Braun. „Der Preis zeigt, dass wir mit unserem translationalen Ansatz – von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung – auf dem richtigen Weg sind, neue Therapien gegen virale Lungenerkrankungen zu entwickeln.“

Auch BREATH-Wissenschaftler Dr. Philippe Vollmer Barbosa, der sowohl am Fraunhofer ITEM als auch an der MHH forscht, betont: „Die Auszeichnung motiviert uns, die Technologie weiterzuentwickeln und sie so schnell wie möglich für Patientinnen und Patienten verfügbar zu machen.“

Am Projekt beteiligt sind das MHH-Institut für Experimentelle Hämatologie (Prof. Dr. Dr. Axel Schambach, Prof. Dr. Dr. Adrian Schwarzer) sowie der Bereich Präklinische Pharmakologie und Toxikologie am Fraunhofer ITEM (Prof. Dr. Armin Braun, Dr. Philippe Vollmer Barbosa).

Fast 100 Bewerbungen

Den Innovationspreis Niedersachsen gibt es seit 2016. Er wird jährlich vom Niedersachsen.next Innovationsnetzwerk in den Kategorien „Wissens- und Technologietransfer“ und „Schlüsseltechnologien“ vergeben. Ausgezeichnet werden Projekte, die den Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fördern oder technologische Durchbrüche ermöglichen.

Schirmherren sind Wissenschaftsminister Falko Mohrs und Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne. In diesem Jahr gingen fast 100 Bewerbungen für den Preis ein.

 

Text: MHH/Kirsten Pötzke

Fotos: © Marek Kruszewski/Niedersachsen.next Innovationsnetzwerk

Das iGuard-Projektteam mit Forschenden der MHH und des Fraunhofer ITEM: Dr. Adrian Schwarzern, Prof. Dr. Armin Braun, Dr. Philippe Vollmer Barbosa, Prof. Dr. Axel Schambach (v.l.)

Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs übergibt den Vertretern des iGUARD Projektteams den Innovationspreis Niedersachsen