Das Risiko für eine schlecht verlaufende Coronaviruserkrankung (COVID-19) ist nach einer Lungentransplantation für die Empfänger erhöht. Der beste Schutz vor einer schwer verlaufenden COVID-19 Infektion ist die Impfung. Bei Empfängern von festen Spenderorganen, wie einer Lunge, schlägt die Impfung aber oft nicht an.
Wissenschaftler der beiden DZL-Standorte Hannover und München haben nun herausgefunden, dass eine prophylaktische Behandlung der Patienten mit zwei sogenannten monoklonalen Antikörpern vor einer SARS-CoV-2-Infektion schützt. Dafür untersuchten sie in einer Studie 1.438 Patientinnen und Patienten, die sich einer Lungentransplantation unterzogen hatten. 29 Prozent von ihnen erhielten eine sogenannte Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) mit den beiden monoklonalen Antikörper Tixagevimab und Cilgavimab. Beides sind SARS-CoV-2-neutralisierende Antikörper, die aus Antikörpern von mit dem Coronavirus infizierten Personen gewonnen wurden.
Eventuell auch Schutz vor schwerem Verlauf
Solch eine PrEP erhielten die Patienten entweder aufgrund der individuellen Entscheidung des behandelnden Arztes, etwa wenn Begleiterkrankungen vorlagen, die Patienten ein höheres Alter hatten oder weil sie nach der Impfung gegen SARS-Cov-2 nicht ausreichend Antikörper gebildet hatten.
In der Gruppe, die PrEP nahm, gab es daher mehr Risikopatienten. Wenn sich jemand trotz der Einnahme von PrEP mit dem Coronavirus infizierte, war der Verlauf von COVID-19 ähnlich wie bei Menschen, die keine PrEP nahmen. Dies zeigt nach Ansicht der Studienautoren, dass die PrEP nicht nur vor einer Infektion schützt, sondern auch dazu beiträgt, dass die Krankheit im Falle einer Infektion nicht so schwer verläuft. Denn sie hatten erwartet, dass die Menschen in der PrEP-Gruppe schwerere Verläufe von COVID-19 haben würden. Schließlich hatten sie dafür ein höheres Risiko.
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